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Donnerstag, 28. Juni 2012

tCSD 2012

Letztes Wochenende war ich auf dem tCSD, den irgendwie jeder kennt und noch keiner so richtig besucht hat.
Nun, anders als sein großes Geschwister versteht er sich als politische Alternative.
- Und das zeigt man auch.

Das beginnt schon damit, das er am selben Tag stattfindet, was einem eine echte Entscheidung abverlangt.
Oder doch eher ein Bekenntnis?

Außerdem durchque(e)rt er statt den ruhigeren eher die "Brennpunktbezirke".
Hier und da stoppt dann die Meute, um für Antifaschismus, Queerfeminismus, Antirassismus und Solidarität zu demonstrieren.
Klingt Ihnen Links angehaucht?
Ist es auch!
Aber anstatt von gratis Nivea-Proben verletzt zu werden, die gerade in die Massen geschleudert wurden, wehen einem hier Glitzer, Seifenblasen und Musik um die Ohren.
Sehr gut gefallen hat mir auch, dass der gemeine Politiker hier keine Gelegenheit bekommt, seine Ansichten unter die Leute zu streuen.
- Mal ehrlich, das hält doch auch keiner aus.

Zwar sorge ich für diesen Fall immer vor, indem ich 'nen Beutel mit Havanna und zweierlei Cola (Normale und Light für die Diäties) mit mir trage, aber leer wird der ja auch ohne Politiker...

Doch so ganz ohne Kritik kann ich auch den tCSD nicht davonkommen lassen.
Selbst die hinteren Ränge müssen mitbekommen, dass der Treck gerade anhält, weil vorne jemand eine Rede hält.
Und dem ein oder anderen RednerIn hätte ein beruhigender Schluck aus meinem Beutel auch nicht schlecht getan.

Alles in allem ist der tCSD aber eine tolle Veranstaltung, auf der noch wirklich demonstriert wird...

Dienstag, 31. Januar 2012

P'81 und der Siegeszug der Langeweile

Für den zugezogenen Spießer könnte es so schön sein im Berliner Prenzlauer Berg.
Erfolgreich hat er sein Geld in eine exklusive Eigentumswohnung investiert und kann nun stolz prahlen, im hippen Prenzl'Berg zu wohnen.
Wären da nur nicht die vielen Bars und Clubs mit ihren nervigen Besuchern, die ihm immer wieder die Nachtruhe stehlen...

Aber Abhilfe ist bereits in Sicht. Denn Investoren (die auch zu den spießerartigen gehören) kaufen reihenweise Grundstücke auf, vertreiben die Bars & Co. und errichten noch mehr tolle Wohnungen. Oder auch Cafés, die der Spießer eh lieber hat, weil man dort vornehm Espresso trinken kann.
- Und spätestens 20:00 Uhr ist ja auch damit Schluß.

Aktuell zum Beispiel in der Pappelallee 81.
Eine schicke Website preist ein "Projekt" mit dem Spruch "Mehr Stadt geht eigentlich nicht" an. Dort spricht man auch von der Kultur im Bezirk und hat natürlich eine Karte mit den Bars in der Nähe parat, sodass der zukünftige Bewohner gleich weiß, wie Kultur und Nachtleben in "seiner" Ecke pulsieren.
Ab morgen, dem 1. Februar 2012 wird das jetzige Gebäude abgerissen und das "Projekt" draufgepflanzt.
Dreist nur, dass dort nicht erwähnt wird, dass es sich hierbei um den Klub der Republik handelt, der seit 8 Jahren an dieser Stelle steht und ohnehin schon einer der letzen Klubs im Prenzl'Berg ist.
Hier zerstört man, womit man paradoxerweise seinen Neubau bewirbt.

Der Klub feiert indes fleißig eine zehntägige Abrissparty und hat ein passendes Transparent angebracht, auf dem folgendes zu lesen ist:
"Erst wenn die letzte Eigentumswohnung gebaut, der letzte Klub abgerissen, der letzte Freiraum zerstört ist, werdet ihr feststellen, dass der Prenzlauer Berg die Kleinstadt geworden ist, aus der Ihr mal geflohen seid".

Und so ziehen sie nach vielen Jahren dahin, weil die neuen Anwohner einen seichten Schlaf haben oder Investoren das dickere Portemonnaie.
- Als hätten die nie gewusst, wohin sie hier her kommen...

Knaack, Magnet, Zum schmutzigen Hobby, Klub der Republik und den vielen Anderen,

Euch allen: Good bye, we'll miss u!

Freitag, 11. November 2011

Mit Sicherheit

Früher als wir noch "Laterne" gingen, hatten wir immer stimmungsvolles Kerzenlicht in unsen Laternen, das zur früh einsetzenden Dunkelheit passte und eine magische Atmosphäre schuf.
Natürlich ist auch die ein oder andere Laterne abgebrannt.
Aber wie der Frosch neulich so passend quakte, lernen die Kleinen dabei gleich, wie man mit Feuer umgeht, war man mal unaufmerksam.

Letztens, auf der Hast zu einer weiteren Abendveranstaltung, begegnete ich den kleinen "Martinssingern".
- Rabimmel, rabammel rabumm.
Da bemerkte ich, dass sie elektrische "Laternen" in die Hand gedrückt bekamen.
Laternen mit kaltem, blauen LED-Licht.
Hauptsache ist schön hell und tut nicht weh, nicht wahr?

Waren Sie das?

Soweit ich sehen konnte nicht eine Kerze, nicht ein Lachen, nicht ein warmes Licht.
Die Laternen schaukelten in den Kinderhänden, als könnten sie auch Einkaufstüten vom Spielzeugladen um die Ecke sein.

Wahrscheinlich interessiert Sie das nicht und Sie sagen sogar, das wäre altmodisch.
Aber sind Sie selbst als Kind nicht auch mit einer Laterne samt Kerze darin umhergezogen?

Ich bin jedenfalls sehr enttäuscht, dass Sie Ihre Kinder nicht gleich in Watte packen.
- Feuerfest versteht sich!

Sie Sicherheitsexperte...


Guten Tag!

Freitag, 23. September 2011

Eiertanz

Ob der ältere Herr im weißen Schlafanzug nach Deutschland reist und eine Rede vor dem Bundestag hält; ob Palästina nun als UN-Staat anerkannt wird oder nicht; oder ob dämliche Rabattsuggestionen einen beim Sonnabendeinkauf hinters Licht führen sollen.
- Eiertänze erleben wir jeden Tag.

Bleiben wir beim ersten Beispiel.
In Berlin, dem ersten Ziel "Seiner Heiligkeit", war der Besuch Grund genug, die Stadt mal wieder Kopfstehen zu lassen.
Die Polizei (in Mecklenburg-Vorpommern liebevoll „Förster“ genannt) stand an allen großen Straßenkreuzungen und Bahnhöfen. Bewaffnet und eingehüllt in bunte Warnwesten, guckte sie, ob der gemeine Bürger nicht irgendwie verdächtig zurück guckte.
Hubschrauber knatterten über die Hausdächer und fotografierten das Geschehen.
Die Bahn stellte sogar zwei Sonderzüge bereit, um süddeutsche Fans heranzukarren, die mit weiß-gelben "Papstbesuch 2011..."-Schals und
"Ich bin Christ"-T-Shirts für Verwirrung im Berliner Stadtbild sorgten.
Mir gelang es unfreiwillig, immer mittendrin zu sein.
Nur das Stabsmusikkorps der Bundeswehr (dudelt Deutschlands Feinde zu Tode) hatte alles schnell hinter sich.
Kurz nach Ende des Blaskonzerts im Schloss Bellevue, wurde es wieder in der Kaserne geparkt.
- Bis zum nächsten Einsatz.

Aber es ging auch anders. So hielten sich z. B. ein paar Politiker von der Rede vor dem Bundestag fern, und "Wutbürger" demonstrierten auf dem Potsdamer Platz gegen den Papst.
- Übertrieben, sagen die Anderen.
Ich denke, das sollte jeder selbst entscheiden. Schließlich kann der alte Herr im Schlafanzug ja auch nichts mit dem Gay-Punkt anfangen.
- Darf er ja auch gar nicht.

Wieder andere Menschen hingegen holen lieber nach der Arbeit ihr Abitur nach. An einem "Kolleg" zum Beispiel (hat nichts mit Kellogg’s zutun).
So manch einer bezeichnet das auch als Eiertanz.
Aber vielmehr kann man darin eine Gelegenheit sehen, seine Möglichkeiten zu erweitern oder gar Dinge besser zu machen, die einen erst zu dieser Entscheidung bewegt haben.

Beim Thema "Besser machen" fallen mir auch die Palästinenser ein, für die es nicht so gut aussieht.
Inzwischen ist sogar bekannt geworden, dass der einst hoffnungsbeladene US-Präsident einen palästinensischen Staat verhindern wird, sollte er heute bei den Vereinten Nationen beantragt werden.
Stattdessen soll weiterhin so erfolgreich wie bisher "Verhandelt" werden.
Ich frage mich, was Ihn das eigentlich angeht?

Wenn Sie jetzt noch nicht demotiviert sind, können Sie sich ja noch folgendes Bild anschauen und überlegen, wie viel Sie als Kunde sparen würden.


Mir ist das inzwischen zu blöd geworden.
Ich habe vor kurzem gehört, dass ein Gefühlstagebuch der eigenen Motivation auf die Sprünge helfen soll.
- Wenn das mal kein Wut-Tagebuch wird...